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Werkzeug Freebird-RatingStand 10/2026

Das Freebird-Rating

Ein Punktesystem in zwei Stufen: grob aussortieren, dann gewichtet bewerten — mit Schwellen je Branche und einer Dividendenbewertung, die das Zinsniveau kennt.

Wozu das Rating dient

Das Freebird-Rating ist mein Filter zwischen Screening und Analyse. Es ersetzt keine Unternehmensanalyse, sondern entscheidet, welche Aktie sie verdient. Es arbeitet in zwei Stufen: Der Schnelltest sortiert mit sieben Kennzahlen grob aus, die Vollbewertung bewertet elf Kennzahlen in drei Kategorien — mit branchenabhängigen Schwellen, einem Anlageprofil und einer Dividendenbewertung, die Rendite und Wachstum gemeinsam am aktuellen Zinsniveau misst. Der RSI wird angezeigt, aber nicht gewertet. Die Vorbelegung ist ein fiktives Beispielunternehmen, keine reale Aktie.

Stufe 1

Schnelltest: sieben Kennzahlen

Wachstum

Qualität

Punkte Schnelltest
–
Anteil am Maximum
–
Kennzahl5 P.4 P.3 P.2 P.1 P.Ergebnis
Stufe 2

Vollbewertung: elf Kennzahlen, drei Kategorien

Rahmen

Finanzkraft

Bilanzqualität

Bewertung und Kurslage

Finanzkraft
–
Bilanzqualität
–
Bewertung
–
RSI · ohne Wertung
–
Freebird-Rating gesamt
–
KennzahlWertSchwellen 5 / 4 / 3 / 2 P.PunkteGewicht
Dividende im Verhältnis zum Zins: Rendite plus Wachstum Kennzahl = Dividendenrendite + Dividendenwachstum 3 J.
5 Punkte ab Referenzzins + 5 Pp. · 4 Punkte ab Referenzzins + 3 Pp. · 3 Punkte ab Referenzzins + 1 Pp. · 2 Punkte ab Referenzzins − 1 Pp.

Warum: Eine Dividendenrendite ist nur so gut wie die Alternative ohne Risiko. Ein fester Kupon wächst aber nicht, eine Dividende schon: 3,2 % Rendite bei 6 % Wachstum erreichen 5 % auf den Einstand nach rund acht Jahren. Deshalb zählen Rendite und Wachstum zusammen. Bei US-Aktien ist das die zehnjährige US-Staatsanleihe, bei europäischen Titeln eher der EURIBOR oder der EZB-Einlagensatz. Stand der Vorbelegung: US-Anleihe 10 J. rund 5,0 % (Mitte September 2026), 3-Monats-EURIBOR 2,64 %, EZB-Einlagensatz 2,50 % seit 16.09.2026, US-Leitzins 3,75–4,00 %. Aktuelle Werte: FRED (Reihe DGS10), EZB und European Money Markets Institute.

Wie die Wertung entsteht

  1. Punkte: Jede Kennzahl erhält 1 bis 5 Punkte. Wachstum, Ausschüttungsquote und Kurs-Buchwert-Verhältnis werden gegen sektorabhängige Schwellen gemessen — ein Versorger mit 70 % Ausschüttung ist normal, ein Technologiekonzern nicht.
  2. Gewichte: Das Anlageprofil verschiebt die Gewichte. Im Profil Dividende zählen die Ausschüttungsquote und die Kennzahl Rendite plus Wachstum dreifach, im Profil Wachstum die Gewinnentwicklung. Das Dividendenwachstum allein zählt einfach, weil es in der kombinierten Kennzahl schon enthalten ist.
  3. RSI: Der 14-Tage-RSI zeigt nur die Kurslage — unter 30 überverkauft, über 70 überkauft. Er geht nicht in die Wertung ein: Markttiming gehört nicht zur Methode.
  4. Dividendensicherheit: Eine Dividende wird aus der Kasse gezahlt, nicht aus dem Gewinn. Die Ausschüttungsquote wird deshalb zweimal gemessen — am Gewinn und am freien Cashflow (operativer Cashflow abzüglich Investitionen). Gewertet wird der schlechtere der beiden Werte, gegen dieselben Sektorschwellen. Immobiliengesellschaften sind die Ausnahme: Ihr Gewinn ist durch Abschreibungen verzerrt, die Gewinnquote liegt oft über 100 %. Im Sektor Immobilien zählt deshalb allein die Quote auf den AFFO (FFO abzüglich laufender Instandhaltungsinvestitionen), ersatzweise auf den FFO. FFO und freier Cashflow sind verschiedene Größen — eingetragen wird je nach Sektor die eine oder die andere. Ein negativer freier Cashflow wird als negative Zahl eingetragen und ergibt 1 Punkt; bleibt das Feld leer, zählt nur die Gewinnquote.
  5. Urteil: Ab 70 % des Maximums ist eine Aktie ein Kandidat für die Tiefenanalyse, zwischen 55 und 70 % kommt sie auf die Beobachtungsliste, darunter scheidet sie aus.

Danach folgt die eigentliche Arbeit: Geschäftsmodell, Kapitalrendite (ROIC-Rechner) und ein fairer Preis (Fairer-Wert-Rechner). Die Einordnung in den Gesamtprozess steht auf der Seite Methode.

Eigenes Bewertungsmodell, entwickelt 2017 bis 2021, Schwellen der Dividendenbewertung im September 2026 an das Zinsniveau angepasst; im Oktober 2026 Rendite und Wachstum zusammengeführt, der RSI aus der Wertung genommen und die Ausschüttungsquote um den freien Cashflow ergänzt. Rechnet vollständig in Ihrem Browser; es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.

Dieser Beitrag dient der Information und Bildung. Er ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung, bestimmte Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Modellrechnungen vereinfachen bewusst; vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
David Krause
David Krause
Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH), 15+ Jahre Kalkulation, Kostenrechnung und Werkscontrolling in der Fertigung. Rechnet hier dieselben Fragen von außen: Was verdient ein Unternehmen auf sein Kapital, und was darf es kosten?